Smartphone schützen – Wie du dein Smartphone unzerstörbar machst

1| Displayschutz

Wie schützt man sein Handy-Display? – Handys sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken, sie begleiten einen überall hin. Manch einer möge meinen, sie würden mehr wert als das eigene Portemonnaie sein. Umso logischer scheint es, sie vor allen möglichen Schäden zu schützen.
Der erste Schritt ist dabei natürlich die Display- oder Handy-Folie, die auch meist vom Hersteller bzw. Anbieter in der Lieferung oder beim Verkauf mitgegeben wird.
Man unterscheidet in den meisten Fällen zwischen dem flexiblen und stabilen Panzerglas („Protective Display Glass“) oder der herkömmlichen Display-Folie („Protective Display Foil“), die beide vorsichtig auf das Display angebracht werden.

Das Panzerglas schützt das Handy gekonnt vor Stößen, Kratzern und Fällen aller Art – auf diese Weise wirkt es wie ein zweites Display, das unter den vielen Flaggschiffen häufiger aus Gorillaglas besteht. Nimmt das Handy erst Mal Schaden, so geht lediglich das Panzerglas zu Bruch, das Display bleibt verschont.
Es hält weiterhin Schmutz, Öl und Fingerabdrücke fern. Wichtig ist die korrekte Anbringung (meistens schützt es nur die geraden Display-Flächen des Handys) – Vorsicht ist besonders beim ersten Anbringen geboten, es besteht die Gefahr, dass es beim zweiten Versuch nicht mehr haftet.

Die standardmäßige Display-Folie ist dünn, flexibel, leicht anzubringen und weist, bei einem sachgemäßen Umgang, Langlebigkeit auf. Daneben ist sie günstig zu erstehen. I. d. R. schützt sie sehr gut gegen Kratzer und Fettflecken – Stöße und Brüche kann sie jedoch unwesentlich mildern. Sie ist unkompliziert in der Anwendung – allerdings ist hier auch Fingerspitzengefühl angesagt (Vorsicht was Luftblasen angeht). Es bietet sich daher immer an, das Display vorher mit einem Mikrofasertuch gründlich zu reinigen und Lufteinschlüsse (Kontakt zwischen Handy und Folie so viel wie möglich) zu vermeiden.

Displayschutzfolie aus Plastik verwenden?

Es gibt bereits eine Menge Displayschutzfolien auf dem Markt und Plastikschutzfolien zeichnen sich besonders durch ihr Preis- und Leistungsverhältnis aus. Die Schutzfolien sind bereits für wenige Euros zu haben. Allerdings sind die Plastikschutzfolien weniger widerstandsfähig gegenüber Kratzern, als Schutzfolien aus gehärteten Glas. Für die Grundschutzfunktion und zwar dem Schutz vor Kratzern, reicht die Plastikschutzfolie vollkommen aus. Stell dir vor, du lässt ein etwas schweren Gegenstand auf das Display fallen, ich kann dir versichern, dass eine Plastikschutzfolie den Aufprall wahrscheinlich nicht aufhalten hätte können (aus Erfahrung).

Schutzfaktor: 3/5

Preis: 5/5

 

gorilla glas
https://www.corning.com

Was ist Gorilla Glas?

Dabei handelt es sich um eine spezielle Materialmischung, die besonders Bruch- und Kratzfest ist. Im Ionenaustauschprozess der Herstellung wird das Material in einem ca. 400°C heißen Salzbad getunkt und kleinere Natrium-Ione verlassen das Glas, wobei diese gleichzeitig durch größere Kalium-Ionen ersetzt werden. Sobald sich das Material abkühlt, erzeugen die größeren Kalium-Ionen eine starke Spannung, wodurch die Glasoberfläche widerstandsfähiger wird.

Auch preislich gibt es im Sektor Schutzfolien aus gehärteten Glas enorme Qualitäts- und Preisunterschiede. Daher gilt hierbei zu beachten, dass nicht jede Schutzfolie aus gehärteten Glas den selben Schutzfaktor bietet.

Schutzfaktor: 5/5 Punkten

Preis: 4/5

 

Flüssiger Displayschutz

Neben den herkömmlichen Displayfolien, gibt es Schutzfilme in flüssiger Form, die auf dem Display aufgetragen werden und sobald das Material eingetrocknet ist, wie eine weitere Schutzfolie auf dem Display liegt. Diese Art von Displayschutz ist einfacher aufzusetzen und es entstehen beim Anbringen keine Blasen, die sich negativ auf die Haftung des Displayschutz auswirkt.

Empfehlung:

ProtectPax ist ein flüssiger Displayschutz, der vor allem durch die Sendung “Die Höhle der Löwen” bekannt wurde und den flüssigen Schutz öffentlich gemacht hat. Seither ist diese Art von Schutz eine Möglichkeit den Display des Handys zu schützen.

 

Wie funktioniert der flüssige Displayschutz?

Nano-Teilchen verbinden sich mit dem Display und machen das Display dadurch stabiler und es entsteht eine weitere Schutzschicht über dem Display. Dies schützt besonders gut gegen Kratzern, allerdings vor stärkeren Einschlägen schützen die Nano-Teilchen nur bedingt.

 

Wie bekomme ich den flüssigen Displayschutz wieder ab?

Einmal versiegelt wirst du das Material erstmal nicht vom Display lösen können. Nach einiger Zeit lösen sich die Teilchen vom Display und der Schutz muss erneuert werden, aber ein vorzeitigen auflösen des Schutzes ist leider nicht möglich.

 

Vorteile und Nachteile eines liquiden Displayschutzes
ProKontra
einfache Anbringung am Smartphone Displayschützt weniger gut als eine Schutzfolie aus gehärteten Glas
transparent und Touch-Sensibilität wird nicht eingeschränktein Austausch der Folie nicht möglich, denn das Material ist mit dem Display versiegelt
keine Blasenbildung
Volker Kraus / pixelio.de
Volker Kraus / pixelio.de

2| Gehäuseschutz

Softcase

Als Doppelschutz zum Panzerglas oder Absicherung neben der Display-Folie kommt das Case ins Spiel – es gibt es als Soft-, Flip- oder Hardcase zu haben.
Das Softcase ist eine elastische Hülle meist aus TPU (thermoplastisches Polyurethan) bzw. Silikon, welches als flexibel und strapazierfähig gilt. Es schützt zuverlässig sowohl hinten als auch an den Seiten gegen Stöße und Fälle, aber eben nicht gegen Kratzer oder Flüssigkeit, weshalb eine Folie angebracht ist.

Viele der Softcases unterscheiden sich im Härtegrad; es gibt solche aus elastischem Silikon, solche aus etwas härterem Material (wie Leder), dessen Elastizität dennoch geringfügig gegeben ist und solche, die extrem dünn sind und aus Polypropylen (PP) bestehen.

Meistens findet man sie in unterschiedlichen Ausführungen, Designs und Farben, sodass es insgesamt eher um die Frage des Styles als Schutzes geht. Ein weiteres unabdingbares Feature sind die Ausschnitte für Kamera, Mikrophon und Headset. Zusätzlich ist es möglich durch Ausbuchtungen des Cases die Knöpfe des Handys zu bedienen. Beim Kauf sollte man daher genau darauf achten, dass das Case den Maßen des Gerätes entspricht (v.a. die Ausbuchtungen); und meistens ist es besser, auf die Leistung, als auf den Preis zu schauen.

Schutzfaktor: 3/5

Flipcase

Ein Flipcase ist die „Zwei-in-Eins-Version“ aus Case und Folie. Es handelt sich dabei um ein aufklappbares Case, das Vorne und Hinten schützt. Dabei verhindert es Stöße und Fälle aller Art und hält ebenso Schmutz und Flüssigkeiten vom Display fern. Das Flipcase gibt es ebenso in allen Varianten von Leder bis Filz bis Leinen. Allerdings leiern diese schnell aus oder das Material trägt und färbt sich leicht ab.

Es gibt sie ebenfalls in Maxi-Größe, welche ursprünglich von Apple für das iPad angedacht war (beim Zuklappen des Cases z.B. fiel das iPad in den Schlafmodus). In Klein bieten Flipcases zudem die Möglichkeit, auf der Vorderseite durch ein transparentes Fenster einen Blick auf den Bildschirm zu erhaschen. Von Innen (der aufklappbaren Seite) konnte man durch verschiedene Fächer Kreditkarten oder sogar Geldscheine einstecken – der Varietät sind keine Grenzen gesetzet, was die Funktionalität dieser Cases angeht.

Vom Style-Faktor machen Flipcases damit umso mehr her als Softcases, was meistens mit einem höheren Preis einhergeht. Ein weiterer Grund für die größere Wertigkeit ist, dass das Flipcase ein härteres Innengehäuse beinhalten kann, in welches man das Handy quasi einsetzt. Letzten Endes schützt es dadurch umso mehr, allerdings ohne dabei die Seiten abzudecken, sodass hier Wasser und Sand tatsächlich eindringen können. Ebenso störend kann es sich erweisen, wenn man es regelmäßig in die Hosentasche steckt, denn das Case nimmt tatsächlich viel Platz ein.

Schutzfaktor: 4/5

Flipcase

Hardcase

Als extremes Case präsentiert sich meist das Hard- oder Panzercase. Dieses besteht aus stoßfestem Polycarbonat oder widerstandsfähigem Silikon. Manchmal findet man sie auch in Kunststoff oder Alu-Ausführung (diese dämpfen weniger gut ab).

Dabei kommt meistens viel Style-Schnickschnack dazu, um dem Case einen “imposanteren” Eindruck zu verleihen. Das kann wiederum sehr cool aussehen, wenn es z.B. einem futuristischen Look nachempfunden wird und bestimmte Akzente setzt. Es gibt sie in allen möglichen Farben, Ausführungen und Features – diese weisen meist einen guten “Grip” auf und machen es schwierig, dass das Handy aus der Hand fällt.

Als sehr gute Kombi erweist sich ein weicher Innenteil aus Silikon und ein stabiler Außenteil aus Polycarbonat (andere Kunststoffe sind meist zu weich oder zerbrechlich), welches auch für Schutzhelme oder Visiere verwendet wird. Das Silikon absorbiert bei einem Schaden den Rest-Stoß bzw. Schlag, die härtere Schale steckt den Schlag ein und schützt vor äußeren Kratern. Man kann sie vergleichsweise als eine Art “Panzer” sehen, sodass damit das schwere Gewicht des Cases nicht verwundert – man sollte sich daher auf schweres Gesamtgewicht einstellen.  Ein weiterer Kritikpunkt könnte sein, dass einem die Masse bzw. Sperrigkeit des Cases in Zusammenhang mit dem Handy stört, es wird damit möglicherweise kein Leichtes, dieses in die Hosentasche zu bekommen.

Schutzfaktor: 5/5

360-Grad-Case

Das relativ neue innovative 360-Grad-Case ist ein Case, das Schutz von allen Seiten bietet (Bye-bye Otterbox). Es soll gleichzeitig das Display und Außenmaterial schützen und die Bedienung der Touch-Oberfläche ermöglichen. I. d. R. ist es aus Silikon beschaffen, besitzt ein geringes Gewicht und fühlt sich federleicht in der Anwendung an. Jedoch kann es zu Unstimmigkeiten bei der Bedienung führen, da der Kontakt zum Touchscreen vergleichsweise gering ist.

Schutzfaktor: 5/5

Beispiel für den größt möglichen Schutz (Samsung Galaxy S9+)

Das Samsung Galaxy S9+ erweist sich momentan als der Frontrunner aller Handy-Flaggschiffe auf dem Markt. Mit satten 1.000 Euro schlägt dieses Juwel kräftig zu Buche – nicht ohne Grund. Es ist daher nicht abzustreiten, dass das S9+ den entsprechenden Schutz benötigt, welches es verdient.

Mit einem Display von 15,8 cm (Tiefe) aus Gorilla Glass 5 scheint sich der Eindruck einzustellen, dass hier kein Schutz erforderlich ist, doch was sehr gut ist, kann noch besser gemacht werden. Aufgrund seiner Größe wäre ein Hard- oder Flipcase eher semi-optimal, da es mit seiner Eigengröße besonders viel Platz einnimmt.

Es bietet sich daher an, mit einem Softcase zu gehen, das sowohl Elastizität, als auch härtere Materialien offeriert – eine gute Alternative wäre ebenfalls ein Hardcase im Slim-Look (schlank gehalten, mit Silikon innen und Polycarbonat außen). Insbesondere wird an dieser Stelle kein Flipcase empfohlen, weil dadurch der Sinn und Zweck des “Infinity Displays” in Mitleidenschaft gezogen wird. Auch der Fingerabdruck-Sensor will jederzeit bedient werden, sodass ein frei und schnell zugängliches Display unerlässlich scheint. Auch das Gewicht des Handys zeigt, dass hier ein “light” Handy angebrachter ist.

Was die Schadenbegrenzung angeht, so lässt sich die Absorbtion des Schadens auf beiden Seiten (Flip- und Standard-Case) gleichermaßen minimieren.  Die Entscheidung fällt damit entweder auf das Soft- oder Hardcase. Hier muss sich gefragt werden, zu welchem Zweck man das Handy verwendet:

  • geht man oft in den Urlaub, um Fotos zu schießen? (Hardcase im Slim-Look, da man viel Outdoor unterwegs ist)
  • nur zu alltäglichen Zwecken? (Softcase, da leichter im Umgang, “Easy-peal-off”, gut verstaubar).

Als optimale Lösung wird von der Redaktion geraten, sich für ein Hardcase zu entscheiden, dass eine gute Schadens-Absorbtion als auch “responsive Buttons”, also Ausbuchtungen für alle möglichen Buttons und Zugänge für Ports bereitstellt. Bestenfalls verzichtet man auf unnötige Style-Elemente und versucht ein Case zu finden, dass dem Slim-Look entspricht und somit so wenig Masse aufweist wie möglich.

2 Gedanken zu „Smartphone schützen – Wie du dein Smartphone unzerstörbar machst

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